Hypnose bei Ängsten und Phobien

(Phobien = auf spezifische Situationen oder Objekte gerichtete Ängste)

Es gibt die sogenannte Realangst, also ein natürliches Angstgefühl, das unsere Überlebenschance steigert - nämlich in (lebens-)bedrohlichen Situationen, in denen ein schnelles Handeln erforderlich wird, z. B. Kampf oder Flucht. Hierbei läuft eine Vielzahl von Reaktionen in unserem Körper ab, sobald bestimmte Hormone, z. B. Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden: Die Atmung beschleunigt sich und der Puls wird schneller, um den Muskeln für den Moment maximale Kraft und Energie bereitzustellen. Hingegen werden beispielsweise die Aktivitäten des Gehirns für logisches Denken und z. B. die Kapazitäten der Verdauungsorgane heruntergefahren. Unser Nervensystem wechselt vom parasympathischen in das sympathische System mit erhöhter Alarmbereitschaft, ausgerichtet auf Kampf, Flucht oder Erstarrung. In einer realen Situation kann uns diese Angst-Reaktionskette des Körpers das Leben retten.

"Wer ins Licht will, muss durch den Schatten gehen." (Zitat Floris Weber)

Doch es gibt auch eine Angst, die uns regelrecht schadet, nämlich dann, wenn sie der Situation nicht angemessen ist, z. B. wenn wir bei alltäglichen Dingen, wie Bahnfahren, dem Meeting mit dem Chef oder beim Anblick einer kleinen Spinne genauso reagieren, als wäre die Situation lebensbedrohlich. Unser Gehirn suggeriert in diesen Fällen eine Gefahr, die nicht echt bedrohlich ist. Die Folgen sind unnötiger Stress und häufig ein großer Leidensdruck. Typisch bei Ängsten und Phobien ist zudem, dass Betroffene häufig große Anstrengungen auf sich nehmen, um die entsprechenden angstauslösenden Reize zu vermeiden. Die ständige Vermeidung von Situationen, die Angst auslösen, führt allerdings dazu, dass die Angst i. d R. nicht kleiner, sondern erst recht aufrecht erhalten wird. Schließlich werden auf diese Weise auch neue, positive Erfahrungen mit entsprechenden Angstauslösern verhindert und somit kann folglich auch keine Neubewertung im Gehirn stattfinden. 

Ängste und Phobien eignen sich besonders gut für die Arbeit mit Hypnose.

Sicher und geschützt im Sessel des Therapieraums kann der Betroffene dem angstbesetzten Szenario oder Objekt in der bloßen Vorstellung begegnen. Man muss sich dem realen Angstreiz also nicht körperlich aussetzen und dennoch wird dies in Hypnose so erlebt, als ob die Konfrontation real wäre. Z. B. jemand, der Angst hat, vor einer Gruppe zu sprechen, kann sich mit seiner Aufmerksamkeit in der Hypnose genau in eine solche Situation begeben und sich vorstellen, er stünde gerade auf einer Bühne vor vielen Leuten oder säße im Meeting, seinen Kollegen und dem Chef mit seiner Präsentation gegenüber.

Er wird möglicherweise die Aufregung in seiner Brust spüren, merken, wie die eigene Stimme zittert, wie die Röte ins Gesicht steigt oder die Hände schwitzig werden. Vielleicht wird er Gedanken haben, wie: „Ohje, jetzt schauen die mich alle so an. Ich kann das nicht. Bestimmt werden sie sich nachher über mich lustig machen.“ Hierbei handelt es sich um früh verinnerlichte Glaubenssätze, die während der Präsentation dann das Denken, Fühlen und Handeln dominieren können und oftmals einen enormen Leidensdruck erzeugen. 

Da unser Gehirn in Trance leistungsfähiger ist und Gefühle verstärkt wahrgenommen werden, ergibt sich eine gesteigerte Effektivität der Hypnosebehandlung im Vergleich zu herkömmlichen psychotherapeutischen Therapieverfahren. In der Hypnose können negative belastende Gefühle, Ängste und innere Glaubenssätze aufgelöst werden. Dabei werden Gefühle als Emotionen körperlich abreagiert, so kann z. B. die Angst förmlich aus dem Körper herausgezittert werden. Je nach Stärke und Intensität der angstbesetzten Gefühle wird sich die Abreaktion auch entsprechend stärker oder öfters einstellen, so lange bis sich eine Erleichterung oder ein innerer Frieden einstellt bei dem Gedanken, vor anderen zu sprechen.

Dies ist natürlich auf sämtliche andere Ängste übertragbar, so z. B. neben Sprechängsten auch auf:

  • Prüfungsangst
  • Phobien (z. B. vor Spinnen, Hunde, etc.)
  • Angst vor Kritik/ Bloßstellung 
  • Versagensängste
  • Verlustängste
  • Angst vorm Autofahren/ U-Bahn-/ Busfahren
  • Angst vorm Fliegen mit dem Flugzeug
  • Angst vor Katastrophen

…um nur einige Ängste zu nennen.

Letztendlich gipfeln alle Ängste in der Angst zu sterben. Wenn ich Angst vor Hunden habe, steckt im Kern dahinter die Angst, dass ich von einem Hund gebissen werden könnte und daran sterben könnte. Oder wenn ich Angst davor habe, Auto zu fahren, dann wahrscheinlich deshalb, weil ich einen Unfall bauen könnte, der tödlich enden könnte.

Mit der Hypnose gibt es eine einzigartige Möglichkeit, die eigenen Ängste zu durchleben und zu überwinden. Und man ist dabei nicht allein, sondern wird durch die Gefühle und Abreaktionen von mir als Therapeutin hindurch begleitet. 

Wenn man unter seinen Ängsten leidet, lohnt es sich auf jeden Fall, einmal durch das Tal der Ängste hindurchzugehen. Kein Gefühl dauert ewig. Es braucht hierzu zunächst lediglich ein klein wenig Mut und Willenskraft. Danach bleibt alles, was wir an belastenden Ängsten in der Hypnose auflösen konnten, dauerhaft aufgelöst und beschwert unseren Alltag nicht mehr. So war es z. B. auch bei dem Klienten mit der Angst vor Präsentationen: Als er am Ende der Hypnose gedanklich nochmal zur Präsentation vor den Kollegen zurückging, fühlte er sich nun erleichtert. Er nahm die anderen ihm gegenüber plötzlich wohlwollend wahr und spürte tief in sich ein starkes Vertrauen. Er merkte, wie er sich jetzt bei dem Gedanken an die Präsentation innerlich ruhig und geerdet fühlte. Auch in seinem Alltag stellte er schließlich fest, dass die immense Angst, die er vorher bei Vorträgen hatte, wie aufgelöst war. 

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